18.11.2023:
ÖPNV in Montevideo for dummies, Fahrt zum Mercado Agricola gefahren.
Wann welcher Bus fährt lässt sich nicht herausfinden. Ausgehängte Fahrpläne gibt es nicht, die im Internet veröffentlichten haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Wir wollen den Bus 169 nehmen. Nach 30 Minuten warten stellen wir fest, dass er als 505 (Code-Sharing im ÖPNV?) fährt. Unsere Busfahrerin fährt einen Bus mit Schaltgetriebe und verkauft noch während der Fahrt Fahrkarten. Die Tür geht noch während der Fahrt auf und zu, alles darauf ausgerichtet, dass die Passagiere schnell in den /aus dem Bus kommen, für uns sehr "speziell".
Der Mercado ist wirklich interessant, gutes Essen und erstklassiges Obst und Gemüse gibt es auch. Fleischliebende kommen auf ihre Kosten.
Und ein paar Aussichten von der Dachterrasse dürft ihr auch genießen. Der Rio de la Plata ist ganz in der Nähe.
19.11.2023:
Heute war ein Spaziergang durch die Ciudad vieja, die Altstadt, angesagt. Über die Plaza de la Independecia, kurz in die Kathedrale reingeschaut und dann zum Hafen, wo in zehn Tagen unser Womo ankommt. Dann zum Mercado del Puerto, eine Institution hier, heute wie ausgestorben, zum Silbernen Fluss.
20.11.2023:
Heute haben wir die Behördengänge für die Einfuhr des WoMos erledigt:
- Einreisebescheinigung für den Zoll
- Übergabe der Dokumente an den Customs broker
- Zahlung der Gebühren fürs Hafenhandling.
Dann bummelten wir entlang der Avenida 18 de Julio, der Shoppingmeile im Zentrum.
Im schönen Kunsthandwerksmarkt haben wir uns mit Utensilien zur Mate-Zubereitung eingedeckt. Morgen wechseln wir den Standort und fahren mit Leihwagen nach Punta Ballena. Hier werden wir auf die Nachricht warten, dass das Womo abholbereit im Hafen steht. Das wird sicherlich zehn Tage dauern.
21.11.2023:
Über die Rutas 9 und 10 fuhren wir nach Punta Ballena, ein Ferienort an der Südatlantikküste in der Nachbarschaft der berühmten Punta del Este. In der Ferienanlage Green Park haben wir für acht Tage eine schöne Wohnung angemietet. Die Anlage hat für (eher älteres Publikum wie uns) auch ein Bespaßungsprogramm wie Wassergymnastik, Yoga oder Malen im Angebot. Aber wir möchten eher die Gegen erkunden, hier gibt es viel zu sehen.
22.11.2023:
Ausflug nach Punta del Este. Der Ferienort ist die Jetset Lokation in Südamerika. Und auch ziemlich teuer. Besonders auf der Landzunge zum südlichsten Punkt von Uruguay steht eine Prachtvilla neben der anderen. Für unseren Geschmack zu viele Hochhäuser und Touri-Läden. Noch ist es hier ruhig, aber ab Mitte Dezember bis Ende Januar kommt fast jeder aus Südamerika in diese Gegend, der sich das leisten kann. Zum ersten Mal sehen wir viele Luxuskarossen deutscher Hersteller. Aber jetzt im November ist der Ort noch ziemlich verschlafen, gut für uns. Die Finger am Strand sind das Wahrzeichen von Punta der Este. Gegenüber dem südlichsten Punkt Uruguay's begann am 13.12.1939 die Seeschlacht zwischen der Royal Navy und dem Schlachtkreuzer Admiral Graf Spee. Im Hafen kann man günstig frischen Fisch kaufen.
24.11.2023:
Casapueblo und Las Grutas
Casapueblo hat der berühmte uruguayische Künstler Carlos Páez Vilaró als Atelier und Wohnhaus gebaut. Heute ist es ein Museum und Hotel. In den Räumlichkeiten sind viele seiner Werke ausgestellt. Seine Zuneigung zu Frauen und Katzen ist unübersehbar. Die Lage auf den Klippen über dem Atlantik ist gigantisch.
Las Grutas ist eine Felsenlandschaft direkt am Atlantikufer, die aus Kliffs und Höhlen besteht. Die Brandung sorgt für eine tolle Stimmung.
25.11.2023:
Kurzer Ausflug nach Piriápolis. Das Städtchen ist eher enttäuschend. Den Versuch, uns für zwei Cappuccinos 11 EUR abzunehmen, haben wir abgewährt. Die Küste Richtung Punta Colorada ist schön, wir sehen die ersten Camper.
26. und 27.11.2023:
Besuch des Lussich-Arboretums in Punta Ballena. Die Fünf Kilometer durch eine schönen, tlw. naturbelassenen Park haben uns gefallen. Danach noch kurz zum Strand, wo wir ein interessantes "Hobbit"-Haus entdeckt haben.
Am nächsten Tag führen wir nach Jose Ignacio, wo es außer einem schönen Leuchtturm und Strand nicht viel zu sehen gab.
28. und 29.11.2023:
Am Copa de Azúcar besichtigten einen kleinen Tierpark mit einheimischen Tieren. Die Nasenbären liefen frei herum. Der Copa ist nicht aus Zucker sondern aus hartem Granit. Dieser wurde zum Aufbau von Piriápolis verwendet,
Am nächsten Tag wollten wir die elektronische Mauterfassung aktivieren. Das war nicht so einfach. Aber nach zwei Stunden Kampf mit der App, einer halben Stunde beim Automovil Club de Uruguay und Aufladen des Guthabens bei Abitab haben wir es geschafft. Stolz halte ich den TAG zur Mauterfassung in der Hand.
Am Abend kam Nachricht von Eduardo, dass wir morgen unser WoMo abholen können, also Taschen packen. Unser Daily hat einen Namen bekommen: Lotter (m).
30.11.2023:
Um 11 Uhr haben wir uns mit anderen WoMo-Besatzungen beim Eduardo getroffen. Sein Mitarbeiter ging mit uns zum Hafen. Die Zutrittserlaubnis für das Hafengelände dauerte länger als die Ausfertigung der Zollpapiere. Wir fuhren zum Bereich, wo nur Fahrzeuge stehen. Ein Hafenmitarbeiter kam mit den Schlüsseln. Ich hatte fast Tränen in den Augen, als ich Lotter aufschließ. Alles top, Versiegelungen unbeschädigt, Inhalt nicht angerührt. Grimaldi hat offensichtlich die Sicherheitsmaßnahmen nochmal verschärft. Total happy habe ich Iris abgeholt.
Nachdem wir den Leihwagen losgeworden sind, wollten wir unsere Gasflasche füllen lassen. Auch das hat geklappt, der Mitarbeiter hat uns für ein kleines Trinkgeld sogar 100 l Trinkwasser tanken lassen.
Bei Tienda Inglesia haben wir uns mit Proviant eingedeckt und fuhren auf der Autopista 1 Richtung Westen raus aus Montevideo. Ziemlich müde haben wir mit Hilfe von Einheimischen in Playa Pascual ein Plätzchen zum Übernachten gefunden. Es war ziemlich laut, aber wir waren tot müde und schliefen trotz Hitze, lauter Musik und lärmender Motorräder ein.
01.12.2023:
Wir haben den 1. Dezember und die Sonne brennt erbarmungslos. Trotzdem müssen wir uns in Lotter einrichten. Man sieht jetzt beim Tageslicht, wohin wir uns gestern eingequetscht haben.
Wir haben vier Stunden herumgerödelt, um die Klamotten verstaut und sortiert zu bekommen. Das Geheimfach in der Sitzbank hätte ich lieber mit Silikon als mit dauerelastischem Kleber verschließen sollen, wie doof von mir.
Wir fahren weiter nach Colonia del Sacramento, mit einem Zwischenstopp in Nueva Helvecia, wo es Kasseler mit Sauerkraut gab. Wir müssen durch eine Unwetterfront, es regnet sehr stark, Sicht teilweise nur ca. 50 m.
In Colonia ist an eine Besichtigung nicht zu denken, wir gehen nur zum Optiker, um den Bügel meiner neuen, sauteueren Brille reparieren zu lassen, mit Erfolg. Danach noch Kaffee und zurück zum WoMo, Nachtlager suchen. Das Plätzen am Rio de La Plata kann sich sehen lassen und die Sonne beschert uns eine tolle Abendstimmung.
02.12.2023:
Bei strahlender Sonne bummeln wir durch die Altstadt von Colonia. Ganz nett, aber in einer Stunden ist man fertig. Schnell noch zum Colonia Shopping, Einkaufen und nach zwei Cappuccinos geht es weiter entlang des Rio d.l.P.
Wir planen eine Übernachtung an Playa Agraciada. Auf dem Campingplatz mache ich den gleichen Fehler wie vor sechs Jahren und fahren einen schönen Platz an, ohne den Boden zu sichten. Und schon stecken wir im weichen Sand fest. Und ich habe die Reisenden belächelt, die ohne Besichtigung unbekanntes Terrain anfahren. Hochmut..., ihr wisst schon. Aber nach 20 Minuten sind wir mit Hilfe der Sandbleche wieder raus, eigentlich war es eine gute Übung, wir nahmen es mit Humor.
Der Sonnenuntergang ist wieder ein Hammer, auch schon, weil mich die Aufnahmen mindestens 30 Mückenstiche gekostet haben. Es ist schwül heiß, die Viecher beißen wie verrückt. Schnell ins WoMo.
03.12.2023:
Es hat sich deutlich abgekühlt, wir haben nur 18 - 20 Grad und frischen wind. Noch schnell ein Foto vom Monumento a los 33 Orientales, die an der Playa Agraciada 1825 gelandet sind, um das heutige Gebiet von Uruguay von Brasilianischer Besatzung zu befreien. Weiter nach Mercedes, Die Stadt hat nicht viel zu bieten. Auf der Plaza Independencia stehen die Kathedrale und ein Denkmal, die Isla del Puerto kann man wegen Hochwasser nicht betreten. Also weiter nach Fray Bentos. Hier soll man am Ufer des Rio Uruguay gut campen können. Und tatsächlich, wir stehen 4 m vom Wasser entfernt. Eigentlich sollen es 40 sein, aber das Hochwasser...
Morgen geht es über den Rio Uruguay nach Argentinien, byebye Uruguay.